Der Einfluss von Wahlfreiheit in adaptiven Lernpfaden auf Lernerfolg und Motivation – Eine Vergleichsstudie am Beispiel einer Online-Lernplattform zur Förderung des Fernerkundungseinsatzes bei Jugendlichen (Arbeitstitel)

Guido Riembauer, M. Sc.

Erstbetreuer: Prof. Dr. Alexander Siegmund

 

Im Zuge der Individualisierung von Lernprozessen kommt der Binnendifferenzierung im Schulunterricht eine immer größere Bedeutung zu. Schüler/innen verfügen über unterschiedliche Voraussetzungen und benötigen daher verschiedene Lernzugänge, weshalb Inhalte entsprechend differenziert angeboten werden sollten. Während diese Aufbereitung von Unterrichtsmaterialien vergleichsweise aufwendig ist und es dem/der Lehrer/in überlassen bleibt, differenzierte Lernangebote zu entwickeln, bieten einige Online-Lernplattformen durch die Implementierung adaptiver Lernpfade eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse und Präferenzen der Lernenden. Bei der Konzeption einer solchen adaptiven E-Learning-Plattform stellt sich jedoch die Frage, wie frei Lernende ihren individuellen Lernpfad selbst wählen können sollten. Bestehende Plattformen decken dabei das gesamte Spektrum an individuellen Freiheitsgraden ab. Während manche mittels komplexer Algorithmen den Lernenden die laut entsprechender Kompetenztests geeignetsten Lerninhalte und Lernpfade automatisch präsentieren, gewähren andere Systeme mit Verweis auf die moderat-konstruktivistische Lerntheorie größtmögliche Wahlfreiheit des Nutzers in Bezug auf Inhalt und Komplexität. Welche Variante wirkt sich jedoch am nachhaltigsten auf Lernerfolg und Motivation aus? Dieser zentralen Forschungsfrage geht das Dissertationsprojekt am Beispiel der im Projekt „Space4Geography“ entwickelten Online-Lernumgebung zur Integration von Satellitenbildern im Geographieunterricht nach.

Ein Lernmodul wird in drei Varianten entwickelt, die sich jeweils im Grad der gewährten Wahlfreiheit unterscheiden. Im Sinne einer quantitativ ausgelegten Vergleichsstudie werden die Modulvarianten von Schülern/innen durchlaufen, wobei angepasste Testinstrumente in Fragebögen die Entwicklung von Motivation und Lernerfolg der Probanden/innen erfassen. In einer abschließenden statistischen Analyse, die u.a. auf Signifikanztests und Mehrebenenanalysen zurückgreift, werden modulvariantenabhängige Unterschiede der Testvariablen herausgearbeitet. Die Ergebnisse fließen in ein Adaptivitätskonzept der Lernplattform ein und können als grundlegende Erkenntnisse in die Entwicklung vergleichbarer Lernumgebungen einfließen.

Schematische Darstellung adaptiver Lernpfade. Der Weg durch die Lerneinheiten (LE) teilt sich an mehreren Stellen eines Lernmoduls.

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