Geoökologische Nischenmodellierung von Tillandsia spp. in der Atacama-Wüste (Chile)

Prof. Dr. Alexander Siegmund, Dr. Nils Wolf, M.Sc. Sebastian Scheckel
 
In Kooperation mit Prof. Dr. Marcus Koch (Universität Heidelberg), Camilo del Rio, Pablo Osses, Pilar Cereceda (Pontificia Universidad Católica de Chile), Juan Luiz Garcia (Atacama Desert Center Santiago de Chile)
 

Die Küstenzone der Atacama-Wüste im Norden Chiles zählt zu den wasserärmsten Gebieten der Erde. Pflanzenwachstum ist hier auf sog. Nebeloasen begrenzt, die  von endemischen Spezies der Gattung Tillandsia dominiert werden. Angepasst an die hyperariden Umweltbedingungen beziehen diese Pflanzengesellschaften Wasser im Wesentlichen aus der als Küstennebel auftretenden, ins Inland reichenden Stratocumulusbewölkung des Südpazifiks. Gleichzeitig reduziert der Nebel die solare Einstrahlung und verhindert die Dehydrierung der Pflanzen. In Folge dieser spezifischen, geoökologischen Faktoren spiegeln die sowohl groß- als auch kleinräumig markanten Verbreitungsmuster der Tillandsien das raumzeitliche Auftreten von Küstennebel wider.

Seit den 1970er Jahren ist ein drastischer Rückgang der Tillandsien zu beobachten. Annahmen zu Folge steht dieser mit sich wandelnden klimatischen Bedingungen, insbesondere zunehmender Aridität, in Verbindung. Die tatsächlichen Dimensionen und Ursachen des Rückgangs der gefährdeten Nebel-Ökosysteme und die spezifischen Funktionsmechanismen der Tillandsia spp. sind jedoch noch weitestgehend unbekannt.

Ziel des Projekts ist die interdisziplinäre, multiskalige Erfassung der spezifischen Umweltfaktoren der Tillandsia spp. sowie die Modellierung ihrer geoökologischen Nische. Grundlage hierzu bilden fernerkundungsbasierte Methoden zur Erfassung der aktuellen und historischen Verbreitung der Tillandsia spp. – u.a. auf Basis eigener Befliegungen mit einer Gleitschirmdrohne –, populationsgenetische Analysen sowie klimatische Analysen zur raumzeitlichen Verbreitung des Küstennebels. Auf Basis des geoökologischen Nischenmodells sollen zukünftige Verbreitungsareale der Tillandsia spp. unter verschiedenen Szenarien des globalen Klimawandels simuliert werden.

 

 

Susi AtacamaTillandsia Atacama

Luftbild-Befliegung mit einer Gleitschirmdrohne (links) und Tillandsia spp. im Luftbild (rechts)

 

Projektbeginn: 2014

Das Projekt wir gefördert durch Mobilitätsmittel im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität Heidelberg.

Wir bedanken uns bei der DigitalGlobe Foundation für die Bereitstellung von Satellitenbilddaten.

 

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