Degradationsrisiken tropischer Waldökosysteme – Modellierung der Landschaftsvulnerabilität zum Schutz des Biodiversitätspotenzials auf São Tomé

Dipl.-Geogr. Signe Mikulane
 
Erstbetreuer: Prof. Dr. Alexander Siegmund
 

São Tomé (854 km²) liegt im Golf von Guinea. Die Insel ist ein Stratovulkan, die durch große Reliefenergie (höchster Punkt: 2.024 m ü. M.), hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sowie starken tropischen Niederschlägen gekennzeichnet  ist.

Aufgrund der isolierten Lage zum afrikanischen Festland entwickelte sich São Tomé zu einem Hot Spot der Biodiversität mit einem hohen Anteil an Endemiten.

Während der Kolonialzeit (1486-1975) wurde auf der Insel intensive Plantagenwirtschaft (Zuckerrohr, Kaffee, Kakao) betrieben, was zu großflächigen Primärwaldrodungen und Auslaugung der fruchtbaren Böden führte.

Heute wird der Landnutzungsdruck wegen der schlechten ökonomischen Situation und durch eine rasch wachsende Bevölkerung, die eine Übernutzung vorhandener landwirtschaftlicher Flächen, illegalen Brennholzeinschlag und selektive Entnahme kommerziell wertvoller Baumarten betreibt, kontinuierlich erhöht. Starke Erosion und Bodenverlust sind die Folgen der Umwandlung steiler Hänge zu Feldern. In größeren Maßstäben werden die Ökosysteme durch die Zunahme der neuen Ölpalmen-Plantagenflächen gestört oder gar zerstört, was eine Verarmung und Erosion von Böden sowie anhaltenden Rückgang des Artenreichtums verursacht.

Das zentrale Ziel des Projektes ist die Ursachen- und Folgenkomplexe von Landschaftsdegradation und Umweltveränderungen auf São Tomé zu verstehen. Die potenziell treibenden Kräfte, die zu Degradation führen, sollen identifiziert sowie Zusammenhänge zwischen den Risikofaktoren und der Landschaftsdegradation ermittelt werden. Die Landschaftsvulnerabilität wird durch eine fernerkundungs- und GIS-gestützte Modellierung räumlich erfasst, analysiert und bewertet. Zum Einsatz kommen insbesondere die optischen Satellitendaten von Landsat, EO-1 und die Radardaten von Envisat ASAR.

 

Entwaldung auf São Tomé

 

Projektbeginn: 2010


gefördert durch die Rufford Small Grants Foundation für einen Forschungsaufenthalt auf São Tomé (02-04/2013)

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