Klimawandel findet Stadt

Konzept zur Förderung der Bewertung von Klimafolgen und Anpassungsstrategien in städtischen Räumen im Sinne des entdeckenden und forschenden Lernen

Lena Neumann, M. Ed., Prof. Dr. Alexander Siegmund

 

Die Folgen des globalen Klimawandels sind längst auch in Deutschland zu spüren. Besonders dicht besiedelte Räume sind durch die Auswirkungen regionaler Klimaveränderungen, z.B. in Form von sommerlich extremen Hitzebelastungen und erhöhten Luftschadstoffkonzentrationen, aber auch durch die Auswirkungen von Extremwetterereignissen, wie Hitzeperioden, Stürme und Starkniederschläge betroffen. Vor dem Hintergrund eines weiterhin zunehmenden Flächenverbrauches für Siedlungs- und Infrastruktur und der Tatsache, dass über 70% der Bevölkerung Deutschlands in Städten leben, kommt den städtischen Räumen im Zuge des Klimawandels eine besondere Bedeutung zu. Zum dauerhaften Erhalt der Lebens- und Aufenthaltsqualität ist neben dem Klimaschutz auch die Entwicklung und Umsetzung von klimawandelangepassten Anpassungsstrategien notwendig.

Im Rahmen des Projekts „Klimawandel findet Stadt“ sollen Jugendliche darin gefördert werden, die Folgen des Klimawandels auf Städte beurteilen und nachhaltige Anpassungsstrategien entwickeln zu können. Das Projekt wird in Kooperation der geoökologisch ausgerichteten außerschulischen Lehr-Lern-Labore der drei Projektpartner – der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Abteilung Geographie – Research Group for Earth Observation (rgeo) sowie den Geographiedidaktikern der Universitäten Trier und Bochum durchgeführt und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

In Anlehnung an den eigens entwickelten methodisch-didaktischen Dreiklang des Vorgängerprojekts ReKli:B wird der Kern dieses Projektes aus der Verknüpfung von Beobachtungs‐/Erfahrungsraum (Lebensumfeld Stadt), Experimentierraum (schulischer und außerschulischer Lehr‐Lern‐Ort) und Handlungsraum (Raum zur gesellschaftlichen und individuellen Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen) gebildet. Dabei sollen die Jugendlichen ihre Erkenntnisse weitgehend eigenständig entwickeln, um eine raumbezogene Handlungskompetenz hinsichtlich notwendiger Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels im urbanen Raum zu fördern.

Die zu entwickelnden Lernmodule werden von den Projektpartnern mit unterschiedlicher regionaler, inhaltlicher und methodisch-didaktischer Schwerpunktsetzung gemeinsam entwickelt und im Anschluss über die Projektstandorte hinaus verbreitet: In Heidelberg werden Bildungsangebote zum Themenkomplex „Stadtökologie und Biodiversität“, in Bochum zu „Gesundheit und Risikoprävention“ und in Trier zu „Stadtklima und Stadtplanung“ erarbeitet. In Zusammenarbeit mit den je fünf Stützpunktschulen werden die Module entwickelt, erprobt und im Anschluss an allen drei Standorten eingesetzt.

 

Struktureller Aufbau und geplante Handlungsfelder des Projekts „Klimawandel findet Stadt“

 

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die kostenlose Öffnung der beteiligten Lehr-Lern-Labore als außerschulischer Lernort – die Module orientieren sich dabei inhaltlich und methodisch an die Vorgaben der Bildungspläne und bietet über raumbezogenen Fragestellungen Anknüpfungspunkte für Themen und Methoden aller MINT-Fächer. Eine Integration in den normalen Regelunterricht ist möglich und wird ausdrücklich angestrebt. Um die Lernmodule darüber hinaus in unterschiedlichen Altersklassen (von 13/14 bis ca. 17 Jahren) bzw. Schulstufen (Sek. I und Sek. II) einsetzten zu können, werden sie im Sinne der Lernprogression in Form eines Baukastensystems aufgebaut. Ausgehend von einem basalen Ausgangsbaustein kann jedes Modul durch weitere vertiefende und differenzierende, immer höhere Anspruchsniveaus erreichende Bausteine erweitert werden. Ergänzt werden die Module durch Angebote für die (lehrplanbezogen) Einbindung in den Fachunterricht.

 

Projektlaufzeit: 2016-2019

Dieses Projekt wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

 

  

         

  

  

 

 

Kooperationspartner am Standort Heidelberg:

 

   
 

Bunsen-Gymnasium Heidelberg

  

 

Hölderlin-Gymnasium Heidelberg

 

 

Internationale Gesamtschule Heidelberg

   

 

Max-Born-Gymnasium Neckargemünd

   

 

   

 

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg

   

 

Stadtbauamt Neckargemünd, Klimaschutzmanagement

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