Erfassung und Entwicklung von Systemkompetenz – empirische Befunde zu Kompetenzstruktur und Förderbarkeit durch den Einsatz analoger und digitaler Modelle im Kontext raumwirksamer Mensch-Umwelt-Beziehungen

 

Dr. Svenja Brockmüller
 
Erstbetreuer: Prof. Dr. Alexander Siegmund
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Stephan Schuler

 

Die Dissertation wurde hier veröffentlicht.

Die Abschätzung von Folgen der Bodenerosion sowie die Entwicklung geeigneter Anpassungsstrategien und Schutzmaßnahmen gelten gerade auch vor dem Hintergrund der regionalen Folgen des globalen Klimawandels als gesellschaftliche Herausforderung. Hierbei ist geographisches Systemverständnis von maßgeblicher Bedeutung, da Personen sich nur dann an einer umweltgerechten bzw. nachhaltigen Entwicklung von Räumen beteiligen können, wenn sie die komplexen Mensch-Umwelt-Zusammenhänge erkennen und verstehen.

Folglich steht aus didaktischer Sicht die Forschungsfrage im Vordergrund, auf welche Weise ein größtmöglicher Kompetenzzuwachs dieses geographischen Systemverständnisses erreicht werden kann. In der vorgestellten Studie werden Unterschiede zwischen Schülergruppen varianzanalytisch analysiert, die mit unterschiedlichen methodischen Zugängen arbeiten: Die Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe erfassen, analysieren und bewerten die komplexen Einflussfaktoren der Bodenerosion

(1) mit Hilfe eines konkret-gegenständlichen Modellexperiments,

(2) mittels einer abstrakt-digitalen Computersimulation bzw.

(3) durch eine Verknüpfung beider methodischer Zugänge.

Ein Testinstrument zur Messung von Systemkompetenz im Kontext Bodenerosion wird entwickelt und hinsichtlich seiner Validität und Reliabilität überprüft. Zusätzlich wird die Struktur des Konstrukts Systemkompetenz faktorenanalytisch beleuchtet.

 

Mittelwertunterschiede der Systemkompetenz (nach Dimensionen) zwischen Interventionsgruppen und Messzeitpunkt

 

In der Gesamtschau liefern die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit neben einem theoretischen Beitrag zur Entschlüsselung der Struktur von Systemkompetenz im Kontext raumwirksamer Mensch-Umwelt-Beziehungen insbesondere auch unterrichtspraktische Hinweise zur Systemkompetenzentwicklung. Die am Beispiel Bodenerosion exemplarisch untersuchte Kombination analoger und digitaler Modelle erreicht bei gleichem unterrichtlichem Zeitaufwand einen bedeutsam höheren Beitrag zur Förderung von Systemkompetenz, sodass sie dem jeweils isolierten Einsatz der einen oder anderen Methode evidenzbasiert vorgezogen werden kann.

 

Projektlaufzeit: 2014-2019

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