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"Real trifft digital": Das Institut für Geographie & Geokommunikation weiht neues Experimentierlabor im Geco-Lab ein
Mit einem symbolischen Banddurchschnitt, einem kleinen Flaschentornado und zahlreichen Mitmach-Experimenten hat das Institut für Geographie & Geokommunikation am Donnerstag, 9. Juli 2026, sein neues Experimentierlabor im Geco-Lab – dem Kompetenzzentrum für geoökologische Raumerkundung – offiziell eröffnet. Die Erweiterung schafft zusätzliche Möglichkeiten für Studierende sowie Schulklassen, umwelt- und naturwissenschaftliche Fragestellungen praxisnah und zeitgemäß zu erforschen.
Seit seiner Gründung im Jahr 2012 verfolgt das Geco-Lab das Ziel, geoökologische Themen erlebbar zu machen und wissenschaftliches Arbeiten mit innovativen Lehr-Lern-Konzepten zu verbinden. Mit der Erweiterung wächst das Kompetenzzentrum nun sowohl räumlich als auch konzeptionell: Neben dem neuen Experimentierlabor mit zusätzlichen Arbeits- und Experimentierplätzen wurde auch ein virtuelles Geco-Lab entwickelt und eingeweiht. Gemeinsam bilden beide Bereiche ein modernes Lehr- und Lernangebot, das das Zusammenspiel aus realem Experimentieren, digitaler Unterstützung und virtuellem Lernen auf innovative Weise miteinander verbindet.
In ihrem Grußwort betonte Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach, dass die Erweiterung hervorragend zum Selbstverständnis der Pädagogischen Hochschule Heidelberg passe. Die Hochschule verstehe sich als Ort der Vernetzung, der gemeinsamen Verantwortung und der gesellschaftlichen Mitgestaltung. "Ich bin gespannt, wie die Studierenden das Labor als Forschungswerkstatt annehmen werden. Gleichzeitig soll es auch Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern offenstehen, damit wir die hier gewonnenen Erkenntnisse in die Gesellschaft tragen können", erklärte Vach.
Auch Marco Grübbel, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Mannheim/Heidelberg, griff in seinem Grußwort das Thema Experimentieren auf – allerdings aus einer anderen Perspektive: Bauprojekte erforderten ebenso wie wissenschaftliche Experimente manchmal Improvisationstalent. Sowohl beim Experimentieren als auch beim Bauen gelte es, ab und an bekannte Wege zu verlassen und kreative Lösungen zu finden. Als Anerkennung für die erfolgreiche eigenständige Umsetzung des Experimentierlabors überreichte Grübbel Herrn Prof. Dr. Alexander Siegmund symbolisch eine Urkunde als "Bauleiter", stilecht zusammen mit einem Sicherheitshelm.
Prof. Dr. Alexander Siegmund blickte anschließend auf die Entwicklung des Geco-Labs zurück und stellte aktuelle Projekte vor. Das Motto "Real trifft digital" begleite die Einrichtung seit vielen Jahren und werde mit den neuen Erweiterungen um ein Experimentierlabor und ein virtuelles Geco-Labor nun noch sichtbarer umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege weiterhin auf der engen Zusammenarbeit mit Schulen, insbesondere mit den UNESCO-Projektschulen, die das Labor seit vielen Jahren als außerschulischen Lernort nutzen.
Wie digitale Lehr- und Lernräume künftig aussehen können, zeigte Dr. Christina Fiene mit der Vorstellung des virtuellen Geco-Labs. Über einen Internetbrowser oder mithilfe von VR-Brillen können Lehrkräfte und Lernende das Labor von jedem Ort aus "betreten". Dort stehen virtuelle Experimentierplätze ebenso zur Verfügung wie Besprechungs- und Vortragsräume. Lehrkräfte können Unterrichtseinheiten durchführen, Schülerinnen und Schüler gemeinsam experimentieren und sich austauschen. Gleichzeitig eröffnet die virtuelle Umgebung neue Möglichkeiten: Schulen ohne eigenes Labor erhalten Zugang zu Experimenten, zeitaufwendige Prozesse lassen sich im Zeitraffer beobachten und potenzielle Gefahren realer Versuche entfallen vollständig.
Den offiziellen Höhepunkt bildete die Einweihung des neuen Experimentierlabors. Gemeinsam durchschnitten Rektorin Prof. Dr. Karin Vach, Marco Grübbel, Prof. Dr. Siegmund sowie Dr. Simone Fischer, zusammen mit Dr. Christina Fiene Koordinatorin des Geco-Labs, ein grünes Band und eröffneten damit die neuen Räumlichkeiten.

Das neue Experimentierlabor wird offiziell eröffnet (v. l. n. r. Prof. Dr. Alexander Siegmund, Dr. Simone Fischer, Prof.in Dr.in Karin Vach, Marco Grübbel)
Im Anschluss gewährte Andreas Seiffert von der Wesemann GmbH Einblicke in die Entstehung des Labors. Das Unternehmen hatte bereits 2012 die Ausstattung des ursprünglichen Geco-Labs realisiert und war nun erneut für die Einrichtung des Labors verantwortlich. Bereits 2019 begannen die ersten Planungen für das neue Experimentierlabor. Dass zwischen Planung und Fertigstellung einige Jahre vergingen, kommentierte Seiffert augenzwinkernd mit dem bekannten Sprichwort "Was lange währt, wird endlich gut". Zeitrafferaufnahmen des Aufbaus sowie Baupläne aus den Jahren 2019 bis 2025 machten den Gästen den langen Weg bis zur Fertigstellung anschaulich.
Fachlich "in Dienst gestellt" wurde das Labor schließlich mit einem kleinen, aber eindrucksvollen Experiment: Dr. Simone Fischer ließ einen Flaschentornado entstehen. Alle Gäste erhielten den passenden Verbindungsverschluss, mit dem sich das Experiment auch zu Hause mit zwei Plastikflaschen nachbauen lässt. "Der Tornado steht sinnbildlich für die lebendige und trubelige Atmosphäre, die wir uns für dieses Labor wünschen: viele neugierige Schülerinnen und Schüler sowie Studierende, die gemeinsam forschen, ausprobieren und entdecken – aber immer in einem geschützten Rahmen, in dem Lernen sicher möglich ist", erklärte Fischer.
Beim anschließenden Austausch konnten die Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Experimentierstationen selbst ausprobieren. Besonders anschaulich zeigte ein Hochwassermodell, wie unterschiedliche Maßnahmen den Verlauf einer Überschwemmung beeinflussen können: Mit Knete wurden Deiche gebaut, Häuser an sichere Standorte versetzt oder mithilfe von Schwämmen unversiegelte Böden simuliert, die Regenwasser aufnehmen und so Hochwasserspitzen abmildern. An einer weiteren Station untersuchten die Gäste den Albedo-Effekt und konnten unmittelbar messen, wie unterschiedlich sich helle und dunkle Oberflächen unter Sonneneinstrahlung erwärmen. Weitere Experimente beschäftigten sich unter anderem mit der Wasserrückhaltefähigkeit verschiedener Böden sowie mit Baumscheiben, deren Jahresringe Rückschlüsse darauf zulassen, welche Baumarten Trockenstress besonders gut bewältigen. Auch Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, sich über die neuen Möglichkeiten zu informieren. Daniel Birmele von einer der UNESCO-Projektschulen, dem Heisenberg-Gymnasium in Bruchsal, zeigte sich begeistert: "Die Erweiterung des Geco-Labs eröffnet Schulklassen viele neue Möglichkeiten, geo-, umwelt- und naturwissenschaftliche Zusammenhänge selbst zu entdecken. Ich freue mich sehr auf die kommenden gemeinsamen Projekte und die weitere Zusammenarbeit."
Beim anschließenden Fingerfood klang die Veranstaltung in entspannter Atmosphäre aus. Während sich die prominenten Gäste, unter anderem aus dem Wissenschafts- und Kultusministerium, der Experimenta und Klimaarena, Projektpartner, Lehrkräfte und Studierende austauschten, wurde eines besonders deutlich: Mit der Verbindung aus analogem Experimentieren und digitalen Lernwelten ist im Geco-Lab ein Ort entstanden, an dem Zukunft des naturwissenschaftlichen Lernens bereits heute erlebbar wird.

Im Rahmen der Vorstellung des neuen Experimentierlabors verfolgten die Gäste die Präsentation zur Entstehung und Planung des Projekts.

Virtuell ins Labor: Mithilfe einer VR-Brille erleben Besucherinnen und Besucher das virtuelle Geco-Lab auf interaktive Weise.
Fotos: Malena Kommer
Geographie zum Anfassen: Heiße Tage, coole Experimente bei den Explore Science Days
Mitmachen, ausprobieren, staunen: Das Institut für Geographie und Geokommunikation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war vom 17. bis 21. Juni 2026 mit einem interaktiven Stand auf den Explore Science Days im Mannheimer Herzogenriedpark vertreten. Unter dem Motto "Geographie zum Anfassen und Erleben" bot die Research Group for Earth Observation (rgeo) spannende Einblicke in aktuelle Forschung und innovative Lehrmethoden.
An drei Mitmach-Stationen konnten Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden: Sie analysierten Bodenproben und bestimmten Korngrößen, erkundeten Drohnentechnik und virtuelle Flüge per VR-Brille und formten in der AR-Sandbox eigene Landschaften mit Wasserflüssen und Höhenlinien. So wurde der Vergleich von analogem und digitalem Lernen direkt erfahrbar.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen blieb das Interesse ungebrochen – der Stand zog zahlreiche neugierige Gäste an und machte Geographie auf anschauliche, spielerische Weise greifbar.

Moderne Geographie didaktisch neu denken: Fortbildung zu Fernerkundung im Unterricht
Wie lassen sich Satellitenbilder, digitale Karten und Fernerkundungsdaten gewinnbringend im Geographieunterricht einsetzen? Antworten darauf bietet die Fortbildung "Fernerkundung im Unterricht" am Donnerstag, 10. Juli 2026, an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts "Geographie zukunftsorientiert unterrichten – Lehrkräfte zu digitalen Karten, Satellitenbildern und KI innovativ fortbilden" in Kooperation mit der experimenta Heilbronn statt und richtet sich an Geographielehrkräfte aller Schularten.
Im Fokus stehen digitale Geomedien und deren praxisnahe Anwendung im Unterricht. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in die Arbeit mit Satellitenbildern, Zeitreihenanalysen und multispektralen Daten sowie in deren didaktische Umsetzung. Neben einer Einführung in Grundlagen und Best Practices der Fernerkundung stehen insbesondere praktische Arbeitsphasen im Mittelpunkt, in denen eigene Unterrichtsideen entwickelt und erprobt werden.
Die kostenfreie Fortbildung findet von 9:00 bis 15:00 Uhr in der GIS-Station der Pädagogischen Hochschule Heidelberg statt. Zum Einsatz kommen unter anderem digitale Werkzeuge wie der Copernicus Browser, Google Timelapse und BLIF.
Eine Anmeldung ist per E-Mail möglich bei Tobias Gehrig, M.A. (Pädagogische Hochschule Heidelberg): kontakt@gis-station.info
Weietre Informationen finden Sie im Anhang.
weiter lesen...Welttag der Bienen – Einblick in die Honigernte auf unserem Institutsdach
English version below
Bienen sind weit mehr als Honigproduzenten: Als wichtigste Bestäuber der Welt sichern sie die Vermehrung von Pflanzen, die Grundlage unserer Ernährung und die Artenvielfalt unserer Ökosysteme. Bienen sind kurzum ein tragendes Element des Lebens auf unserem Planeten – eines, das gerne mal vergessen wird.
Anlässlich des Welttags der Bienen am 20. Mai freuen wir uns also umso mehr, einen kleinen Einblick in eines unserer ganz besonderen Projekte zu geben: unsere zwei Bienenvölker, die auf dem Dach des Instituts für Geographie und Geokommunikation an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg beheimatet sind.
Gestern stand wieder einmal die Honigernte an, ein vollständig händischer Prozess von Anfang bis Ende. Die gefüllten Honigwaben wurden sorgfältig aus dem Honigraum (dem oberen Bereich des Bienenstocks) entnommen, von Hand entdeckelt und anschließend in einer handbetriebenen Honigschleuder geschleudert, freundlicherweise ausgeliehen vom örtlichen Imkerverein Heidelberg.
Der frisch geschleuderte Honig wurde danach gefiltert und kann anschließend abgefüllt werden. Die beigefügten Fotos dokumentieren diesen Prozess.
Morgen erhalten die Bienen die leeren Waben zurück und machen sich erneut fleißig an die Arbeit, reparieren die Waben und befüllen sie mit frischem Nektar.
Am Welttag der Bienen werden wir daran erinnert, wie wichtig die kleinsten und doch unverzichtbarsten Akteure unseres Planeten sind. Unsere hauseigenen Bienenvölker erfreuen uns somit nicht nur stets durch ihren leckeren Honig, sondern leisten auch ihren ganz eigenen Beitrag zur Bestäubung, Artenvielfalt und einer nachhaltigen Zukunft.




World Bee Day – A Look at the Honey Harvest on Our Institute Rooftop
Bees are far more than honey producers: As the world's most important pollinators, they ensure the reproduction of plants, the foundation of our food supply, and the biodiversity of our ecosystems. In short, bees are a vital element of life on our planet – one that is all too easily forgotten.
On the occasion of World Bee Day, May 20th, we are all the more delighted to offer a glimpse into one of our most special projects: our two bee colonies, housed on the rooftop of the Institute of Geography and Geocommunication at Heidelberg University of Education.
Yesterday, it was time for yet another honey harvest – a fully hands-on process from start to finish. The filled honeycombs were carefully removed from the honey super (the upper section of the hive), uncapped by hand, and then spun in a manual honey extractor, kindly loaned to us by the local beekeeping association, the Imkerverein Heidelberg. The freshly extracted honey was then filtered and is now ready to be bottled. The attached photos document this process.
Tomorrow, the bees will receive their empty honeycombs back and get straight to work once more, repairing the combs and filling them with fresh nectar.
On World Bee Day, we are reminded of the importance of even the smallest, yet most vital, contributors to our planet. Our very own bee colonies, therefore, offer more than "just" delicious honey – they also contribute to pollination, biodiversity, and a more sustainable future.





