Landnutzungsdynamiken und deren ökologische Auswirkungen auf Teneriffa (Kanarische Inseln). Analyse und Bewertung landwirtschaftlicher Entwicklungsprozesse mit Methoden der Fernerkundung und Landnutzungsmodellierung

Dr. Sebastian Günthert
 
Erstbetreuer: Prof. Dr. Alexander Siegmund
 
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Carsten Jürgens (Ruhr-Universität Bochum)

 

 
Die Dissertation wurde hier veröffentlicht.
 

Die zum Kanarischen Archipel gehörende Insel Teneriffa wird seit Beginn der europäischen Kolonialisierung im 15. Jahrhundert für intensive Landwirtschaft genutzt. Insbesondere höher gelegene Regionen mit günstigen klimatischen Bedingungen wurden dabei drastisch verändert, indem großflächige Terrassenlandschaften angelegt wurden. In den letzten Jahrzehnten vollzog sich auf Teneriffa jedoch ein sozioökonomischer Wandel von einer Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft. Dieser spiegelt sich neben stark angestiegenen jährlichen Touristenzahlen vor allem in einer zunehmenden Landflucht aus den ländlichen sowie ökonomisch benachteiligten Gebieten und einer damit einhergehenden Expansion der küstennahen Siedlungen wider. Die dadurch entstandenen landwirtschaftlichen Brachflächen im Hinterland stellen potenziellen Raum zur Verfügung, in dem sich angrenzende sensitive Ökosysteme wie Lorbeer-, Kiefernwälder sowie Sukkulentenformationen wieder auf natürliche Weise ausbreiten können und somit eine Regeneration von zuvor anthropogen stark beanspruchtem Land stattfinden kann.

Im Rahmen des Projekts “Modeling and valuation of ecological impacts of land cover and land use changes on the Canary Islands”  wird ein räumliches Simulationsmodell mittels Dyna-CLUE 2 entwickelt, das zukünftige landwirtschaftliche Flächendynamiken auf Teneriffa bis ins Jahr 2030 prognostiziert. Hierzu werden zunächst objektbasierte Landnutzungs- und Landbedeckungsklassifikationen (LULC-Klassifikationen) hochauflösender Satellitendaten (1986, 1998, 2010) durchgeführt, die anschließend anhand einer  Veränderungsanalyse (Change-Detection Analyse) zur Erfassung der landwirtschaftlichen Veränderungen ausgewertet werden. Nach einer Erfassung der für die Landwirtschaftsdynamik verantwortlichen treibenden Kräfte (Driving Forces) und einer Modellkalibrierung kann schließlich im Rahmen verschiedener Szenarien analysiert werden, welche  Auswirkungen die zukünftigen Agradynamiken auf die räumliche Entwicklung bestimmter Ökosysteme haben.

Simulierte Veränderung der Klasse Ackerfläche zwischen 2010 und 2030 in ha pro Rasterzelle

Zellgröße: 500 x 500 m; Datengrundlage: RapidEye, bereitgestellt durch das DLR (2010)

 

Projektlaufzeit: 2009-2014

Die Dissertation wurde von 2009-2012 durch ein Stipendium der Exzellenzinitiative der Universität Heidelberg gefördert.

 

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